Alles online oder was?

Nein, das Internet ist schon lange kein Neuland mehr. Als Informationsplattform hat es sich längst etabliert und Millionen nutzen es tagtäglich, basierend auf mehr oder weniger Medienkompetenz. Es liefert Informationen relativ zielgruppengerecht aus, fokussiert durch Big Data auf die Bedürfnisse der Nutzer, die ihrerseits in den sozialen Netzen dazu beitragen, zielgruppenspezifisch angesprochen werden zu können. Und genau das ist das Problem.

Die Vorteile liegen auf der Hand – die Nachteile auch.
Der normale Konsument bewegt sich gerne in geschlossenen Systemen/Gruppen. Das vermittelt ihm Sicherheit innerhalb eines immer größer werdenden und ihn letztlich überfordernden Informationsangebotes. Betroffen ist natürlich auch das Segment Werbung/Verkaufsförderung. Gerade Player wie Facebook, Instagram und Google tragen hier nicht dazu bei, Märkte zu öffnen.

Vielmehr konzentrieren sie sie durch die Bildung von Filterblasen. Der Nutzer organisiert die Auslieferung von Informationen an ihn durch sein eigenes Online-Verhalten. Die Mehrheit der Nutzer, die mit den immer gleichen Menschen kommunizieren, die ähnliche Ziele, Hobbys, Bedürfnisse verfolgen, schließen also selbst aus, dass sie Alternativ-Angebote überhaupt erreichen. Die Folge: Die Konzentration der Interessenlagen kapselt den Konsumenten ab, was nicht im Interesse eines Marktes sein kann.

Alles auf Anfang? Nein.
Ist es nun zielführend, den einmal eingeschagenen Weg gänzlich zu verlassen und wieder Anzeigen zu schalten, Handzettel zu verteilen? Natürlich nicht. Entscheidend ist, dem Nutzer Interesse entgegen zu bringen und dies auch zu konkretisieren. Nahm sich der der Werbemarkt zu rein analogen Zeiten noch aus wie ein dichtes Wäldchen, bewegen wir uns heute in einem unüberschaubaren Urwald, in dem der geneigte Wanderer allzu oft den Überblick verliert und ggf. auf einer Lichtung verharrt und sich nicht weiter bewegt. 

Was ist also zu tun? Wie würde es der erfahrene Guide im Dschungel oder im Gebirge halten? Er würde sicherlich nicht warten, bis sich der Wanderer verirrt oder erfurchtsvoll erstarrt. Er würde ihn vorher informieren, ihm eine Karte an die Hand geben, ihm Alternativen für den Fall der Fälle aufzeigen.

Was ist also zu tun?
Nach wie vor gilt es, den Konsumenten zu erreichen, ihm Partner zu sein. Erreichbar ist er aber nur, wenn er angesprochen wird. Dieser Vorgang ist entgegen aller Versprechungen der Online-Marketing-Gurus aber nicht automatisierbar, da der Konsument die notwendigen Informationen eben nur dann erhält, verlässt er seine durch das System selbst initiierte Filterblase.

Eine Lösung ist nach wie vor, Online- und Offline-Aktivitäten aufeinander abzustimmen. Erreicht man einen potenziellen Kunden im Netz nicht, weil er aufgrund seines Surfverhaltens nur noch zwei oder drei Produktgruppen angeboten bekommt, muss sein Interesse offline geweckt werden. Gerade im Bereich Veranstaltungen hat sich gezeigt, dass werbliche Maßnahmen, die sich auf Online-Aktivitäten beschränken, alleine nicht den gewünschten Erfolg bringen. Neben dem Punkt, dass eine Vielzahl möglicher Interessenten nie erreicht wird, spielt auch noch die Wertigkeit eine Rolle. Um es profan auszudrücken: Eine Visitenkarte oder ein gedruckter Flyer vermittelt mehr Personality und somit mehr Verbindlichkeit, als jede singuläre Social-Media-Kampagne.

Der Lockstoff besteht aus Papier.
Wer Konsumenten in »fremden Filterblasen« erreichen möchte, muss konventionelle Wege gehen, die Social-Media-Inhalte und Websites promoten. Erst dann besteht die Chance, Filterblasen aufzubrechen und neue Kundenkreise zu erreichen. Zielführend ist es also, die Medien zu verbinden, geschlossene Konsumentengruppen aufzubrechen.

Sollten Sie weitere Fragen dazu haben oder eine Kampagne planen, sollten wir darüber reden. Senden Sie mir dafür einfach eine E-Mail.